
Mediation im Bauwesen
Wenn aus Abstimmung Auseinandersetzung wird
Bei einem Bauprojekt greifen viele Leistungen, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten ineinander. Änderungen, Verzögerungen oder unterschiedliche Vorstellungen darüber, was vereinbart war und wer wofür verantwortlich ist, können die Zusammenarbeit zunehmend erschweren.
Vielleicht werden Planungsentscheidungen unterschiedlich verstanden, Leistungen oder deren Qualität infrage gestellt, Nachträge sind strittig oder Termine können nicht eingehalten werden. Auftraggebende, Planende und ausführende Unternehmen bewerten dieselbe Situation dabei möglicherweise völlig unterschiedlich.
Mit fortschreitendem Projekt können einzelne Unstimmigkeiten weitere Auswirkungen haben. Entscheidungen werden schwieriger, Abstimmungen dauern länger oder die Kommunikation findet zunehmend über E-Mails, Schriftverkehr und gegenseitige Forderungen statt. Gleichzeitig muss das Projekt häufig weiterlaufen und weitere Entscheidungen stehen an.
Dabei können technische, wirtschaftliche und persönliche Aspekte eng miteinander verbunden sein. Was aus einer Perspektive eindeutig erscheint, kann sich aus einer anderen ganz anders darstellen – während gleichzeitig eine gemeinsame Klärung notwendig bleibt.
Aus der Praxis des Bauwesens
Seit über 25 Jahren arbeite ich als Technische Systemplanerin im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär und Kälte. Ich erstelle Ausführungs- und Montagepläne, begleite Materialbestellungen, Aufmaße und Schlussrechnungen und stimme mich mit Kunden, Architekt:innen, anderen Gewerken, Lieferanten und Monteuren ab. Auch Baustellen und Baubesprechungen kenne ich aus eigener Erfahrung.
Dieses Fachverständnis bringe ich in die Mediation ein. Die Sprache des Bauwesens, technische Pläne und typische Abläufe müssen mir nicht erst erklärt werden. Ich kann erkennen, wenn Beteiligte von unterschiedlichen Dingen sprechen oder aneinander vorbeireden – ohne selbst die technische Bewertung zu übernehmen. So kann der Blick schneller auf das gerichtet werden, was zwischen den Beteiligten tatsächlich geklärt werden muss.
Für wen eignet Mediation im Bauwesen?
Mediation kann sinnvoll sein, wenn unterschiedliche Auffassungen, Interessen oder Erwartungen die Zusammenarbeit in einem Bauprojekt zunehmend erschweren und eine gemeinsame Klärung notwendig ist.
Sie kann zwischen Auftraggebenden, Planenden, ausführenden Unternehmen und weiteren Projektbeteiligten eingesetzt werden – während eines laufenden Projekts ebenso wie bei Fragen, die nach Abschluss einzelner Leistungen noch offen sind.
Im Mittelpunkt stehen häufig:
- unterschiedliche Auffassungen über vereinbarte Leistungen
- Planungsänderungen und deren Auswirkungen
- Nachträge und zusätzliche Kosten
- Termine, Verzögerungen und Abhängigkeiten
- Qualität und Ausführung von Leistungen
- Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten
- Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung
- Kommunikation und Abstimmung zwischen Projektbeteiligten
- länger bestehende Auseinandersetzungen, die weitere Entscheidungen erschweren
Was möchten Sie miteinander klären?
In der Mediation können die Beteiligten herausarbeiten, welche Fragen geklärt werden müssen und welche unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen dabei eine Rolle spielen. Neben den strittigen Punkten kann auch betrachtet werden, was für den weiteren Projektverlauf oder die noch bestehende Zusammenarbeit benötigt wird. Welche Vereinbarungen daraus entstehen, entscheiden die Beteiligten selbst.
Mediation, rechtliche oder technische Klärung?
Bei Auseinandersetzungen im Bauwesen spielen häufig auch rechtliche oder technische Fragen eine Rolle. Mediation ersetzt weder rechtliche Beratung noch eine fachtechnische Begutachtung und entscheidet nicht darüber, wer rechtlich oder technisch im Recht ist.
Rechtliche und technische Einschätzungen können jedoch in die Mediation einbezogen werden, wenn sie für die Klärung wichtig sind. Sie bilden dann eine Grundlage, auf der die Beteiligten ihre eigenen Entscheidungen und Vereinbarungen treffen können.
Auftragsklärung im Bauwesen
Jede Mediation im Bauwesen beginnt mit einer Auftragsklärung. Dabei klären wir, worum es in der Mediation gehen soll, wer am Verfahren beteiligt sein muss und welche Rahmenbedingungen des Bauprojekts für die Mediation relevant sind.
Sind Auftraggebende und Beteiligte der Mediation nicht dieselben Personen, werden auch Auftrag, Erwartungen, Vertraulichkeit und mögliche Rückmeldungen transparent vereinbart. Die inhaltliche Klärung und die Entscheidungen innerhalb der Mediation bleiben bei den Beteiligten.
Co-Mediation bei mehreren Beteiligten
Bei vier oder mehr Beteiligten arbeite ich grundsätzlich in Co-Mediation. So können wir unterschiedliche Beteiligte und Dynamiken aufmerksam im Blick behalten und den Prozess gemeinsam strukturieren.
Sie sind unsicher, ob Mediation für Ihre Situation der passende Weg ist?
Das können wir in einem persönlichen Gespräch gemeinsam klären.
Nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf.
